Biblioblog der Hochschule Hannover

23. Oktober 2015
von Christian Hauschke
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Open Access Week: Was wird denn Open Access veröffentlicht?

Wer sich über Open-Access-Zeitschriften informiert, stellt sich oft die Qualitätsfrage. Ist das, was da für jeden frei zugänglich ist, tatsächlich ebenso qualitativ hochwertig wie Artikel aus „klassischen“ Zeitschriften, die nur käuflich zur Verfügung stehen?

Zahlreiche Beispiele belegen, dass Open Access keine Notlösung, sondern primäre Option auch für herausragende Forschungsergebnisse ist. So war es bei der Rückkehr des Brontosaurus in der Zeitschrift PeerJ, bei der Entdeckung einer neuen Art der Gattung Homo in eLife und so ist es nun auch bei der Beschreibung einer bislang unbekannten neuen Art von Riesenschildkröten auf den Galapagosinseln in PLOS ONE, die gerade durch die Medien geht.

Auch wer Wert auf einen hohen Impact Factor legt, muss keinen Bogen um Open-Access-Zeitschriften machen. Das Journal of Medical Internet Research – in dem auch schon Angehörige der Hochschule Hannover veröffentlicht haben – beispielsweise ist ein Open-Access-Journal und lag zumindest 2013 auf Platz 1 des Journal Citation Reports (JCR) Sciene Edition 2013 in der Kategorie Medizinische Informatik. Weitere Beispiele finden Sie im Blogartikel High Impact Factor und Open Access passen zusammen.

22. Oktober 2015
von Christian Hauschke
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Open Access Week: Wer fördert Open Access?

Drittmittel sind eine wichtige Säule zur Finanzierung von Forschung an Hochschulen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist die zentrale Organisation zur Förderung der Forschung an Hochschulen und öffentlich finanzierten Forschungsinstituten in Deutschland. Und sie ist größter Drittmittelgeber für Hochschulen:

Statistik: Einnahmen der Hochschulen in Deutschland aus Drittmitteln im Jahr 2013 (in 1.000) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Die DFG hat sich schon heute vor genau 12 Jahren, am 22. Oktober 2003, als Erstunterzeichner der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen grundsätzlich dem Open-Access-Gedanken verschrieben. In den letzten Jahren und Monaten wird das diesbezügliche Engagement immer konkreter. Zuerst durch die Aufforderung, Open Access zu publizieren, dann durch finanzielle Anreize wie beim Open-Access-Publikationsfond, über den Autorinnen und Autoren eventuelle Publikationsgebühren finanzieren können, und schließlich durch die Einbettung in die Verwendungsrichtlinien „Sachbeihilfen mit Leitfaden für Abschlussberichte und Regeln guter wissenschaftlicher Praxis“ (PDF, S. 22):

Die DFG erwartet, dass die mit ihren Mitteln finanzierten Forschungsergebnisse publiziert und dabei möglichst auch digital veröffentlicht und für den entgeltfreien Zugriff im Internet (Open Access) verfügbar gemacht werden. Die entsprechenden Beiträge sollten dazu entweder zusätzlich zur Verlagspublikation in disziplinspezifische oder institutionelle elektronische Archive (Repositorien) eingestellt oder direkt in referierten bzw. renommierten Open Access Zeitschriften publiziert werden.

Horizont 2020, das ca. 80 Milliarden Euro umfassende Forschungsförderungsprogramm der EU, hat ebenfalls sehr konkrete und verbindliche Anforderungen: Jede Publikation, die in Horizont-2020-Projekten entstanden ist, muss verpflichtend Open Access publiziert werden. Und SerWisS, der Server für Wissenschaftliche Schriften an der Hochschule Hannover, ist fit für Horizont 2020, wie wir hier im Blog schon dokumentiert haben.

Wenn auch Sie auf SerWisS publizieren möchten, nutzen Sie bitte unser Veröffentlichungsformular. Die häufigsten Fragen dazu haben wir hier beantwortet. Wir stehen Ihnen jedoch auch gerne persönlich zur Verfügung.

21. Oktober 2015
von Christian Hauschke
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Open Access Week: Was bedeutet „Sichtbarkeit“?

Ein – auch von uns – gern genanntes Argument für Open-Access-Publikationen ist die „erhöhte Sichtbarkeit“ dieser Dokumente im Vergleich zu „konventionellen“ Publikationen. Doch was genau ist damit gemeint?

Open Access bedeutet freier Zugang. Und dies wiederum bedeutet, dass Interessierten keine Zugangsbeschränkung außer der Existenz eines Internetzugangs zugemutet werden darf. Dadurch erhöht sich die potentielle Leserschaft enorm. Die Bibliothek der TU Hamburg-Harburg schlägt dazu folgenden Selbstversuch vor:

Machen Sie doch mal das Experiment und versuchen Sie einen Tag lang parallel auf zwei Geräten nach wissenschaftlicher Literatur zu suchen: Ein Rechner mit Zugang zum TUHH-Netz und der zweite ohne Universitätsbefugnisse. Wie oft können Sie Artikel nur aufrufen, wenn Sie den TUHH-Zugang nutzen?

Für Autorinnen und Autoren von Publikationen auf SerWisS bedeutet Open Access also, dass ihre Veröffentlichungen auch Leserschaft finden außerhalb von Hochschulen und anderen Einrichtungen, die sich teure Zeitschriften- und Datenbankabonnements leisten. Ein prominentes Beispiel für einen Forscher, der zu Beginn seiner immer noch jungen Karriere keinen Zugriff auf die Ressourcen einer akademischen Institution hatte, ist Jack Andraka, der im Alter von 15 Jahren für die Entwicklung eines Schnelldiagnoseverfahrens für Bauchspeicheldrüsenkrebs ausgezeichnet wurde. Seine Meinung zu Open Access äußert er in folgendem Interview

Und um den Begriff Sichtbarkeit mit einer Zahl zu unterfüttern: Das Buch „Soziale Arbeit als kritische Handlungswissenschaft : Beiträge zur (Re-)Politisierung Sozialer Arbeit„, herausgegeben von Wolfram Stender & Danny Kröger, wurde vor knapp einem Jahr auf SerWisS veröffentlicht und wurde allein in diesem Jahr (bis zum 20. Oktober 2015) exakt 4400 Mal heruntergeladen. Weitere Downloadzahlen können Sie unseren Downloadcharts entnehmen, die wir an dieser Stelle regelmäßig veröffentlichen.

Wenn auch Sie auf SerWisS publizieren möchten, nutzen Sie bitte unser Veröffentlichungsformular. Die häufigsten Fragen dazu haben wir hier beantwortet. Wir stehen Ihnen jedoch auch gerne persönlich zur Verfügung.

20. Oktober 2015
von Christian Hauschke
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Open Access Week: SerWisS jetzt noch „sichtbarer“

Die Hochschule Hannover hat mit SerWisS, dem Server für Wissenschaftliche Schriften der Hochschule Hannover, schon 2008 einen Weg für ihre Angehörigen geschaffen, Publikationen schnell und einfach zu veröffentlichen. Diese Publikationen stehen nicht „einfach so“ im Netz, sondern sie sind in ein informationelles Ökosystem eingebunden, mit dem wir versuchen, Ihre Veröffentlichungen zur Leserschaft zu bringen.

Dies äußert sich darin, dass die Veröffentlichungen auf SerWisS in unserem Katalog nachgewiesen werden – und somit auch im Gemeinsamen Verbundkatalog. Wir arbeiten auch daran, die Publikationen in (wissenschaftlichen) Suchmaschinen möglichst gut sichtbar zu machen. Dies resultiert dann zum Beispiel in stetigen Verbesserungen für die Sichtbarkeit in Google Scholar.

base_oa_boostUnd aktuell darin, dass wir die Qualität der von uns gelieferten Daten so verbessert haben, dass wir vom „Open-Access-Boost“ in der Bielefeld Academic Search Engine (BASE) profitieren. Dies ist eine Einstellung, nach der die Dokumente in den BASE-Suchergebnissen bevorzugt dargestellt werden, die tatsächlich für alle frei verfügbar sind.

BASE ist übrigens eine sehr nützliches Suchinstrument für „abseitige“ Fragestellungen, da dort auch zahlreiche Abschlussarbeiten, von der Bachelorarbeit bis zur Dissertation, aus vielen Ländern verzeichnet sind. Manche Themen, gerade mit Regionalbezug, werden oft nur in solchen Arbeiten behandelt. Vielleicht findet sich auch für Ihre Fragestellung etwas unter den ca. 3,7 Millionen Arbeiten dieser Art (von insgesamt über 75 Millionen) in BASE.

19. Oktober 2015
von Christian Hauschke
1 Kommentar

Open Access Week: Was ist eigentlich Open Access?

Heute beginnt die Internationale Open Access Week 2015, eine globale Aktionswoche zur Information über den freien Zugang zu wissenschaftlichen Informationen.
Open Access Logo - Geöffnetes Schloss
Wofür steht Open Access? Dies ist im entsprechenden Wikipedia-Artikel gut zusammengefasst:

Als Open Access (englisch für offener Zugang) wird der freie Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und anderen Materialien im Internet bezeichnet. Ein wissenschaftliches Dokument unter Open-Access-Bedingungen zu publizieren, gibt jedermann die Erlaubnis, dieses Dokument zu lesen, herunterzuladen, zu speichern, es zu verlinken, zu drucken und damit entgeltfrei zu nutzen. Darüber hinaus können über Freie Lizenzen den Nutzern weitere Nutzungsrechte eingeräumt werden, welche die freie Nach- und Weiternutzung, Vervielfältigung, Verbreitung oder auch Veränderung der Dokumente ermöglichen können.

Die genaue Interpretation von Open Access ist in verschiedenen Manifesten, Definitionen und Erklärungen niedergelegt. Eines der bedeutendsten Dokumente dieser Art ist die Berliner Erklärung, die am 09. März 2015 durch den Präsidenten der Hochschule Hannover (HsH) Prof. Dr. Josef von Helden für die HsH unterzeichnet wurde. Die HsH ist damit der insgesamt 504. Unterzeichner und in durchaus illustrer Gesellschaft: zu den Unterzeichnern gehören Schwergewichte wie die Fraunhofer-Gesellschaft, die  Hochschulrektorenkonferenz, die Max-Planck-Gesellschaft, die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz oder der Wissenschaftsrat –  neben zahlreichen Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen. Die HsH ist übrigens nach der TH Wildau und der HTW Berlin die dritte unterzeichnende Fachhochschule gewesen.

Die Publikation von Open-Access-Dokumenten kann auf verschiedene Weise erfolgen, sowohl in spezifischen Open-Access-Zeitschriften als auch auf dazu bestimmten Servern wie z.B. SerWisS, dem Server für Wissenschaftliche Schriften der Hochschule Hannover. Wenn Sie Interesse an oder Fragen zur Veröffentlichung auf SerWisS haben, wenden Sie sich bitte an uns!

Übrigens: Die TIB/UB Hannover führt anlässlich der Open Access Week einige Veranstaltungen durch, zu denen auch Sie herzlich eingeladen sind.