Biblioblog der Hochschule Hannover

28. Oktober 2016
von Christian Hauschke
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Sichtbarkeit in Schwellen- und Entwicklungsländern – Open Access Week 2016

Zur International Open Access Week 2016 möchten wir Ihnen die wichtigsten Vorteile von Open Access vorstellen. Heute geht es um den Wert des Open-Access-Publizierens für Schwellen- und Entwicklungsländer.

 CC BY: Danny Kingsley & Sarah Brown

Quelle: Danny Kingsley & Sarah Brown (ins Deutsche übertragen, Lizenz: CC BY)

Eine gewichtige Argumentation zur Bedeutung des Open-Access-Publizierens in Schwellen- und Entwicklungsländern liefern Tennant et al. in ihrem kürzlich veröffentlichten Artikel über „The academic, economic and societal impacts of Open Access“. Durch die hohen Preise von Zeitschriftenabonnements sei es Entwicklungsländern oft nicht möglich, auf wissenschaftliche Publikationen zuzugreifen,  und das habe schwerwiegende Folgen. Als Beispiel wird eine Publikation von Knobloch et al. von 1982 aufgeführt, in der erläutert wird, warum Liberia zur endemischen Ebola-Zone hinzugerechnet werden sollte. Die Publikation lag hinter einer Paywall, war also nur kostenpflichtig verfügbar. Dies führte dazu, dass es den Verantwortlichen und Funktionären in Libera schlichtweg nicht bekannt war. Obwohl die Essenz des Artikels im Abstract frei verfügbar war, sei der Zugriff auf den Volltext notwendig gewesen, um die Folgen dieser Erkenntnis korrekt einschätzen zu können.

Übrigens wird in Schwellen- und Entwicklungsländern nicht nur rezipiert, dort wird natürlich auch publiziert. In der Open-Access-Suchmaschine BASE sind über 600.000 Publikationen aus Afrika indexiert, über 2,6 Millionen aus Südamerika und mehr als 6 Millionen aus Asien. Publikationen aus diesen Kontinenten, die in europäischen und nordamerikanischen Open-Access-Zeitschriften erscheinen, sind dort nicht einmal einberechnet. Arianna Becerril, Direktorin des lateinamerikanischen Open-Access-Portals Redalyc betonte kürzlich auf einer Konferenz, Lateinamerika befinde sich nicht im Übergang zu Open Access, es sei im Open Access geboren.

Quellen:

[1] Tennant, Jonathan P.; Waldner, François; Jacques, Damien C.; Masuzzo, Paola; Collister, Lauren B.; Hartgerink, Chris. H. J. (2016): The academic, economic and societal impacts of Open Access. An evidence-based review. In: F1000Res 5, S. 632. DOI: 10.12688/f1000research.8460.3 .

[2] Knobloch, J.; Albiez, E. J.; Schmitz, H. (1982): A serological survey on viral haemorrhagic fevers in liberia. In: Annales de l’Institut Pasteur / Virologie 133 (2), S. 125–128. DOI: 10.1016/S0769-2617(82)80028-2 .

Das war’s von uns zur International Open Access Week 2016. Hier im Blog finden Sie Beiträge zur diesjährigen Aktionswoche oder zum Thema Open Access insgesamt. Und wenn Sie auf auf unserem Open-Access-Server SerWisS publizieren möchten, nutzen Sie bitte unser Veröffentlichungsformular. Die häufigsten Fragen dazu haben wir hier beantwortet. Und selbstverständlich beraten wir Sie auch gerne persönlich. Kontaktieren Sie uns einfach!

26. Oktober 2016
von Christian Hauschke
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Praktiker können Ihre Ergebnisse anwenden – Open Access Week 2016

Zur International Open Access Week 2016 möchten wir Ihnen die wichtigsten Vorteile von Open Access vorstellen. Heute geht es um den Wert des Open-Access-Publizierens für Wirtschaft und Gesellschaft.

Einer der gesamtgesellschaftlichen Vorteile des freien Zugangs zu wissenschaftlichen Publikationen ist die schnelle und kostenfreie Verfügbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse auch für die Wirtschaft. Dazu heißt es in der Open-Access-Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (PDF, S.7):

„Gesellschaft und Wirtschaft sollen auf die Ergebnisse der von ihr finanzierten Wissenschaft und Forschung effizient zugreifen und davon profitieren können.“

Quelle: Danny Kingsley & Sarah Brown (ins Deutsche übertragen, Lizenz: CC BY)

Quelle: Danny Kingsley & Sarah Brown (ins Deutsche übertragen, Lizenz: CC BY)

Doch wie lässt sich nachweisen, ob Publikationen in der Industrie wahrgenommen werden? Ein einfaches Indiz ist die Verwendung in Patenten. Es scheint keine Untersuchung zu geben, die prüft, ob es einen Zitationsvorteil von Open-Access-Publikationen in Patenten gibt. Aber man kann sehr einfach prüfen, ob bestimmte Zeitschriften überhaupt in Patenten zitiert werden. Die einfachste und jedem zugängliche Möglichkeit ist die Suche nach bekannten und aufgrund des markanten Namens einfach zu recherchierenden Open-Access-Zeitschriften in einer Patent-Volltextsuche, zum Beispiel nach der Zeitschrift Plos One in Googles Patentsuche. Als Beispiel kann ein auf diese Weise gefundenes Dokument dienen, die Patentschrift DE102015103608A1 („Verfahren zur mikrobiellen de novo Synthese von Terpenen“), das sich auf unter anderem auf diesen Artikel in Plos One bezieht.

Sie möchten weitere Informationen zu diesem Thema? Stöbern Sie in unseren Beiträgen in diesem Blog zur Open Access Week 2016 oder zum Thema Open Access insgesamt. Und wenn Sie auf auf unserem Open-Access-Server SerWisS publizieren möchten, nutzen Sie bitte unser Veröffentlichungsformular. Die häufigsten Fragen dazu haben wir hier beantwortet. Und selbstverständlich beraten wir Sie auch gerne persönlich. Kontaktieren Sie uns einfach!

26. Oktober 2016
von Christian Hauschke
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Open-Access-Publikationen werden häufiger zitiert – Open Access Week 2016

Zur International Open Access Week 2016 möchten wir Ihnen die wichtigsten Vorteile von Open Access vorstellen. Hier: Der Open-Access-Zitationsvorteil.

Quelle: Danny Kingsley & Sarah Brown (ins Deutsche übertragen, Lizenz: CC BY)

Quelle: Danny Kingsley & Sarah Brown (ins Deutsche übertragen, Lizenz: CC BY)

Einige Autorinnen  und Autoren werfen die Frage auf, warum man eine Publikation, die schon in einer Zeitschrift veröffentlicht ist, noch einmal auf einen Open-Access-Server wie SerWisS stellen sollte. Eine Antwort auf diese Frage liegt im sogenannten Zitationsvorteil von Open-Access-Publikationen. Éric Archambault, Grégoire Côté, Brooke Struck und Matthieu Voorons haben diesen in einem kürzlich veröffentlichten Paper für 22 Fachgebiete untersucht. Sie haben die beiden gängigsten Strategien des Open-Access-Publizierens der Veröffentlichung in einer klassischen, nur per Abonnement zugänglichen Zeitschrift gegenüber gestellt.

Der goldene Weg steht hier für die Veröffentlichung in einer Open-Access-Zeitschrift, die für Leser kostenfrei zugänglich ist. Der grüne Weg steht für die Veröffentlichung durch die Autoren selbst auf einem Open-Access-Server wie z.B. SerWisS oder fachlichen Open-Access-Servern wie Arxiv.org. Die Ergebnisse der Untersuchung (in freier Übertragung aus dem Englischen):

  • Veröffentlichung in Zeitschriften mit einer Paywall ohne Selbstarchivierung ist nie eine effektive Strategie zur Maximierung des Impacts.
  • Insgesamt und für alle Fachgebiete gilt, dass Beiträge in Paywall-Zeitschriften ohne Open-Access-Selbstarchivierung unterdurchschnittlich häufig zitiert werden.
  • Veröffentlichung in Paywall-Zeitschriften ist in 16 von 22 Fachgebieten die Veröffentlichungsstrategie mit dem geringsten Impact.
  • Im Schnitt sorgt Open Access für einen 50 % höheren Impact im Vergleich zu nur hinter einer Paywall zugänglichen Publikationen.
  • In allen Fachgebieten ist Open Access (ohne zwischen dem goldenen und dem grünen Weg zu unterscheiden) die bessere Strategie, um den Impact der Publikationen zu erhöhen.
  • Eine Zweitveröffentlichung auf dem grünen Weg ist die Strategie mit dem größten Impact insgesamt und auch in 19 von 22 Fachgebieten.
  • Der grüne Weg ist fast immer effektiver als das ausschließliche Beschreiten des goldenen Wegs.
  • Gold ist die beste Strategie in der Biologie und Biomedizin – und annähernd in der klinischen Medizin.
  • Der goldene Weg hat den geringsten Impact in sechs Fachgebieten.

Eine genauere Aufschlüsselung des Erfolgs der verschiedenen Publikationsstrategien liefert diese Gegenüberstellung nach Fachgebieten:

Computed by Science-Metrix and 1science using oaIndx and the Web of Science

Éric Archambault, Grégoire Côté, Brooke Struck and Matthieu Voorons. Lizenz: CC BY)

Weitere Details zur Untersuchung können dem Artikel entnommen werden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Studien zum Open Access Citation Advantage (OACA), viele davon finden Sie in dieser Sammlung.

Sie möchten weitere Informationen zu diesem Thema? Stöbern Sie in unseren Beiträgen in diesem Blog zur Open Access Week 2016 oder zum Thema Open Access insgesamt. Und wenn Sie auf auf unserem Open-Access-Server SerWisS publizieren möchten, nutzen Sie bitte unser Veröffentlichungsformular. Die häufigsten Fragen dazu haben wir hier beantwortet. Und selbstverständlich beraten wir Sie auch gerne persönlich. Kontaktieren Sie uns einfach!

25. Oktober 2016
von Christian Hauschke
Kommentare deaktiviert für Mehr Sichtbarkeit für Open-Access-Publikationen – Open Access Week 2016

Mehr Sichtbarkeit für Open-Access-Publikationen – Open Access Week 2016

Zur International Open Access Week 2016 möchten wir Ihnen die wichtigsten Vorteile von Open Access vorstellen. Hier widmen wir uns der Sichtbarkeit Ihres Werkes.

Quelle: Danny Kingsley & Sarah Brown (ins Deutsche übertragen, Lizenz: CC BY)

Quelle: Danny Kingsley & Sarah Brown (ins Deutsche übertragen, Lizenz: CC BY)

Open-Access-Dokumente sind sehr gut „sichtbar“, also leicht zu finden. Dies gilt auch für die, die auf SerWisS, dem Server für Wissenschaftliche Schriften der Hochschule Hannover, veröffentlicht werden. Diese Dokumente sind unter anderen recherchierbar in Suchmaschinen und Datenbanken wie:

Was meinen wir, wenn wir von Sichtbarkeit reden? Dies hatten wir in der Open-Access-Week im letzten Jahr hier im Blog schon beantwortet.

Sie möchten weitere Informationen zu diesem Thema? Stöbern Sie in unseren Beiträgen in diesem Blog zur Open Access Week 2016 oder zum Thema Open Access insgesamt. Und wenn Sie auf auf unserem Open-Access-Server SerWisS publizieren möchten, nutzen Sie bitte unser Veröffentlichungsformular. Die häufigsten Fragen dazu haben wir hier beantwortet. Und selbstverständlich beraten wir Sie auch gerne persönlich. Kontaktieren Sie uns einfach!

24. Oktober 2016
von Christian Hauschke
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Open Access in der Projektbewilligung? – Open Access Week 2016

Zur International Open Access Week 2016 möchten wir Ihnen die wichtigsten Vorteile von Open Access vorstellen. Ein wichtiger Aspekt ist die Compliance mit den Vorgaben der Forschungsförderer:

asd

Quelle: Danny Kingsley & Sarah Brown (ins Deutsche übertragen, Lizenz: CC BY)

Zahlreiche Förderorganisationen legen großen Wert auf die freie Verfügbarkeit der von ihnen finanzierten Forschungsergebnisse. Folglich legen mehr und mehr dieser Organisationen fest, dass Werke, die aus von ihnen geförderten Projekten entstehen, als Open-Access-Publikation veröffentlicht werden. Ein prominentes und aktuelles Beispiele ist die hier im Blog vorgestellte Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die DFG empfiehlt schon länger die Nutzung freier Lizenzen. Wissenschaftspolitisch von höchster Bedeutung ist in diesem Zusammenhang das EU-Forschungsprogramm Horizont 2020: Denn jede Publikation, die in diesem Rahmen entstanden ist, muss verpflichtend Open Access publiziert werden. Die gute Nachricht: SerWisS ist bereit dafür!

Sie möchten weitere Informationen zu diesem Thema? Stöbern Sie in unseren Beiträgen in diesem Blog zur Open Access Week 2016 oder zum Thema Open Access insgesamt. Und wenn Sie auf auf unserem Open-Access-Server SerWisS publizieren möchten, nutzen Sie bitte unser Veröffentlichungsformular. Die häufigsten Fragen dazu haben wir hier beantwortet. Und selbstverständlich beraten wir Sie auch gerne persönlich. Kontaktieren Sie uns einfach!